Powerbank & Ladegerät: In Zukunft die richtige Power zur Hand mit USB-C

USB-C erweckt den Eindruck man könne einfach alle Geräte problemlos mit den selben Kabeln, Netzteilen und Powerbanks aufladen.

Leider funktioniert das in der Praxis nicht unbedingt.

Hier erkläre ich worauf man achten sollte, um nicht zweimal zu kaufen.

Hintergrund

Um das wachsende Chaos mit den verschieden Kabeln, Steckern, Adaptern und Netzteilen zu vermeiden, wurde ein neuer Standard geschaffen: USB Type-C

USB-C wurde als Lösung angepriesen, allen derzeitigen und zukünftigen Anforderungen der Sromversorgung (von schnurlosen Kopfhörern bis Laptops) und Konnektivität (Audio, Video und Daten) gerecht zu werden.

Leider sind wir noch nicht an dem Punkt angekommen, an dem USB-C den Anforderungen und Erwartungen gerecht wird:

  • Widersprüchliche „Standards“
  • Proprietäre Implementierungen
  • Unzureichende Power in Netzteilen und Akkus um Kosten zu sparen und billig verkaufen zu können
  • minderwertige Kabel, die verhindern, mit voller Leistung schnell aufladen zu können

Über USB-C laden

Ich lasse hier die Konnektivität außen vor und gehen nur auf das grundlegende Thema der Stromversorgung ein.

Als Verbraucher wird man nur unzureichend bis garnicht aufgeklärt, um die richtige Kaufentscheidung treffen zu können.

USB Spezifikation

Bislang war es ja alles recht einfach: Ladegeräte und Powerbank lieferten über USB-A immer 5V(1). Nur die mA bzw mAh (Milliampere / Milliampere-Stunden) machten den Unterschied für Ladegeschwindigkeit und Akkukapazität.

  • USB-A 1.1/2.0
    • 5V, 500mA
  • USB-A 3.0/3.1/3.2
    • 5V, 900mA
  • USB-C

(1) Funktionen wie Quick Charge und PowerIQ können auch mit USB-A 2.0/3.x höhere Spannungen und Ströme liefern, um kompatible Geräte schneller zu laden.

Die Fähigkeit von USB-C, 5A bei 20V (100W) liefern zu können, ermöglicht nun natürlich nicht nur Smartphones und externe Festplatten mit Strom zu versorgen, sondern auch Laptops wie die neuen Apple MacBooks (seit 2015), Goolges neue PixelBooks oder die Nintendo Switch Spielekonsolen.

Für die Kaufentscheidung von USB-C Ladegeräten und Powerbanks sind die Angaben PowerDelivery (PD) und Ausgangsleistung Watt (W) entscheidend.

Hier eine Auflistung der Anforderungen an USB-C als Referenz:

  • Smartphone: etwa 15-20W
  • MacBook: etwa 30W
  • Nintendo Switch
    • Handheld-Modus: 18W (9V/2A, 12V/1.5A, 15V/1,2A)
    • Docked-Modus: 39W (15V/2,6A)

Ladegeräte

18W Ladegerät von Aukey 15.99€

Erfüllt die minimalen Anforderungen, um Smartphones und die Nintendo Switch laden zu können.

  • 1x USB-C, max 9V 2A

56,5W Ladegerät von Aukey 39.99€

Volle Power für alle derzeit erhältlichen Geräte. Ein zusätzlicher USB-A Ausgang erspart das mitschleppen eines „alten“ Ladegeräts.

  • 1x USB-C 5V 3A bis 20V 2,3A
  • 1x USB-A, 5V 2,1A

60W Ladegerät von Anker 35.99€

Bietet nicht die volle Power, genügt aber, um alle derzeit erhältlichen Geräte laden zu können. Mit den 4 zusätzlichen USB-A Schnittstellen ist dieses Ladegerät ideal auf Reisen und Nacht-oder Schreibtisch, um mehrere Geräte gleichzeitig zu laden.

  • 1x USB-C, 5V 3A bis 20V 1,5A
  • 4x USB-A, 5V 2,4A (PowerIQ)

Powerbank

Eine passende Powerbank zu finden ist da schon etwas schwieriger. Viele Hersteller werben mit USB-C Anschlüssen- welche aber nur zum aufladen der Powerbank geeignet sind oder dann nur 5V ausgeben, was nicht genügt, um z.B. die Nintendo Switch zu laden.

Vom Erfolg von der Nintendo Switch getrieben, haben andere Hersteller (z.B. Anker) bereits Powerbanks mit voller USB-C Unterstützung angekündigt. Diese werden aber erst irgendwann im Sommer erhältlich sein.

Achtung: Diese Powerbanks sollten besser mit einem der oben gelisteten USB-C Ladegeräte aufgeladen werden. Herkömmliche Ladegeräte schaffen das garnicht oder nur unerträglich langsam!

26.500mAh USB-C Powerbank von Aukey 55.99€

Diese Powerbank ist ein Tier 😉 – sie lädt alle derzeit erhältlichen Geräte mit maximaler Geschwindigkeit (ca. 30W).
Auch die Kapazität mit 98,05Wh kann sich sehen lassen: Ein Smartphone kann etwa 5-6x geladen werden, ein MacBook ca 1.6x und die Nintendo Switch ganze 4x!

20.100mAh Powerbank von Anker 54.90€

Diese Powerbank liefert 22.5W und deckt nur einen Teil der USB-C Spezifikation ab (Max 15V, 1,5A). Dies führt dazu, dass die meisten Laptops damit nicht geladen werden können. Auch für Nintendos Switch ist nur unzureichend „Saft“ für den Docked-Mode verfügbar. Für Smartphones und Tablets ist dieser Akku aber allemal geeignet.

USB-C Ladekabel

Um die Energie von bis zu 100W zu übertragen, werden ordentliche Kabel benötigt. Sind die verwendeten USB-C Kabel nicht ausreichend „gut“, wird automatisch der Ladevorgang gedrosselt oder garnicht erst gestartet.

0,9m USB-C Ladekabel von Anker 15.99€

Fazit

Es ist einfach, sich durch Produktbeschreibungen und günstige Preise in die Irre führen zu lassen. Der Teufel liegt im Detail.

Ich bin zu geizig um billig zu kaufen!

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um auf den USB-C Zug aufzuspringen. Es gibt eine Auswahl an Geräten, die inzwischen alles unterstützen (also Zukunftssicher sind) und preislich vertretbar sind.

Selbst wenn man noch kein USB-C Gerät besitzt, lohnt es sich, ein zukunftsfähiges Gerät zu kaufen – Immer mehr Hersteller setzten auf USB-C.

Vor allem Nintendo Switch Besitzer werden nicht um ein zusätzliches Ladegerät und eine Powerbank herumkommen.

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